Geschichte der Brauerei

Obwohl der Ursprung der Biergeschichte in Mesopotamien vor etwa 5.000 Jahren liegt, hat sich das Bier bei uns so eingebürgert, dass wir es durchaus als Teil der gegenwärtigen Nationalkultur ansehen können.

Wenn die tschechische Redewendung „Wo Bier gebraut wird, geht es den Menschen gut" wahr ist, geht es den Menschen in Pelhřimov mindestens seit 450 Jahren gut. Die Stadt erhielt das Braurecht im Jahr 1552. Es besteht jedoch kein Zweifel daran, dass hier nicht schon früher Bier gebraut worden war.

Zuerst wurde es in einzelnen Häusern gebraut, die das Braurecht hatten, d.h. innerhalb der Befestigungsmauern, wo die „ansässigen" Bewohner lebten. Aber der Verleih von Pfannen und das Brauen minderwertigen Bieres führte zu Streitigkeiten, deshalb die Besitzer des Braurechts die Hausbrauereien aufgaben und zwei Häuser in der Straße Růžová, an der Stelle der heutigen Maschinenbauoberschule, zum Brauereisitz wählten.

Ende des XVII. Jahrhunderts siedelte die Brauerei an die Stelle zwischen der heutigen Straße Solní und der ehemaligen Děkanská um. Die Brauerei grenzte an die innere Stadtbefestigung und umfasste den ganzen Zwinger und die Hälfte des Grabens. Im Jahr 1752 wurde hier auch eine Behausung für den Brauer gebaut.

Kurz nach der Mitte des XIX. Jahrhunderts ging die Brauerei zu der damals bei uns neu eingeführten Technologie der Untergärung über. Das mehr als 200 Jahre alte Brauereigebäude entsprach jedoch allmählich nicht mehr den Anforderungen, und so begann man im Jahr 1898 ein neues, modernes Gebäude zu bauen.

In der neuen Brauerei begann man Ende 1899 zu brauen. Der Brauerei fehlte damals keine der Errungenschaften der Zeit, wie z.B. der Kesseldampfmaschinenantrieb oder zweckmäßige und geräumige Betriebsstätten.

Nach der Verstaatlichung im Jahr 1948 wurde die Brauerei in den volkseigenen Betrieb Horácké pivovary eingegliedert und nach einiger Zeit wurde es Teil des volkseigenen Betriebs Jihočeské pivovary. Nach dem Sturz des Sozialismus verlangten die Nachkommen der „Braurechtler" die Restitution der Brauerei, aber der Streit dauerte volle 10 Jahre. Die Brauerei gehörte währenddessen immer zu dem zerfallenden Betrieb Jihočeské pivovary. Nach mehreren Gerichtsverhandlungen und Berufungen entschied das Gericht, dass das Eigentum nicht restituiert und die Brauerei privatisiert wird.

Im Jahr 2001 wurde die Brauerei von der Firma DUP gekauft, die sich mit der Produktion der Ledergalanterie befasst und in der Pelhřimover Brauerei große Änderungen durchführt. Die Brauerei bekommt den Handelsnamen POUTNIK (zu Deutsch PILGER), das Firmenmarketing wird geändert, und was am wichtigsten ist, auch das technologische Brauverfahren wird verändert. Dadurch entsteht ein neues Bier auf dem Markt, ein Bier des vollen Geschmacks und stabiler Qualität.

Etiketten für Bierflaschen und Bieruntersetzer.

Widerhall der Vergangenheit

Lidové listy 28. Mai 1939 - „Zu dem guten Ruf der Stadt Pelhřimov trägt außerdem die Bürgerbrauerei bei, deren gutes Produkt auch die anspruchsvollen Konsumenten, die aus anderen Städten, z.B. aus Prag usw., in diese Stadt kommen, mit dem schneidigen Bier von Smíchov und Budweis vergleichen. Die Brauerei hat vorbildlich saubere Betriebsstätten mit ausgereifter Hygiene, mit eigenen Mälzereien der Iagerste und verwendet immer den Hopfen erster Klasse aus Žatec. Sie verwendet ausschließlich das einzigartig saubere Wasser aus den Waldquellen von Křemešník. Dadurch erzielt sie unter der Führung eines erfahrenen Brauers einen ausgezeichneten Biergeschmack, Farbe und Sauberkeit. Deshalb genießen die anspruchsvollen Konsumenten das Pelhřimover Bier und bleiben ihm sowohl in der Stadt, als auch auf dem Lande treu."

  • Brauerei Poutnik

„Kde se pivo vaří, tam se dobře daří“

chmel

V Pelhřimově je tomu tak od roku 1552.